Alzheimer Referat Schule – Teil 2

2. Diagnose der Krankheit

2.1.Medizinische Testverfahren und Labortests

Aus medizinischer Sicht schrumpft bei Alzheimer Patienten das Gehirn um bist zu 20%. Im mittleren und fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann dieses Schrumpfen der Gehirnmasse z.B. mit Computertomographie oder Magnetresonanztomographie gemessen werden. Der Verlust der Nervenzellen bei Alzheimer Patienten tritt vor allem in der Hirnrinde auf, aber es sind auch tiefer liegende Hirnteile betroffen. Durch den Verlust der Nervenzellen im Meynert Basalkern, der schon im frühen Alzheimerstadium Veränderungen aufweist, kommt es zum Mangel des Überträgerstoffs Acetylcholin. Dieser Mangel steht in engem Zusammenhang mit der Bildung von Neurofibrillenbündel. Dabei handelt es sich um Bündel aus Tau-Proteinen im Gehirn, diese Tau-Proteine sind allerdings bei Alzheimer Patienten übermäßig mit Phosphatgruppen beladen. Diese Phosphatgruppen verursachen eine Störung der Stabilisierungs- und Transportprozesse der Zelle und führen schließlich zum Absterben der Zelle.
Durch Röntgenschichtaufnahmen kann der Arzt in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium oftmals eine Verminderung des Gehirnvolumens im Schläfen- und Scheitellappen feststellen. In frühen Krankheitsstadien sind diese Veränderungen meist nicht erkennbar.
Das Bild auf dieser Seite zeigt den Vergleich einer von Alzheimer geschädigten Hirnhälfte (linke Hirnhälfte) mit einer Normalen (rechte Hirnhälfte).

Neben der Untersuchung des Gehirnvolumens ist eine Blutuntersuchung üblich (um z.B. nach Gen Mutationen zu suchen). Mit der Blutuntersuchung können unter anderem auch Schilddrüsenerkrankungen festgestellt werden, die auch zu einer Verminderung der geistigen Fähigkeiten führen können, aber nichts mit Alzheimer zu tun haben.

Weiter kann eine Untersuchung der regionalen Hirndurchblutung und des regionalen Hirnstoffwechsels angewandt werden.

Allerdings muss zu den Diagnosemöglichkeiten gesagt werden, dass es zur Zeit noch keinen zu 100% eindeutigen Labortest für die Alzheimer Krankheit gibt und die klinische Diagnose nur in 80% der Fälle zutreffend ist.
Die eindeutige Diagnose der Alzheimer Krankheit kann bei dem Betroffenen erst nach dem Tod durch eine Gehirnuntersuchung festgestellt werden.

2.2 Psychologische Untersuchungsverfahren

Zusätzlich zu der medizinischen Diagnose ist die Diagnose aufgrund von typischen Symptommustern ein weiterer wichtiger Bestandteil der Alzheimer Diagnose.
Deshalb ist bei der Alzheimer Diagnose die Bezugsperson (z.B. die Kinder) des Betroffenen sehr wichtig. Aufgrund deren Beobachtungen und Erzählungen kann der Arzt seine Diagnose absichern.

Nachdem der Betroffene, die Angehörigen oder Freunde des Betroffenen eine Veränderung im Verhalten festgestellt haben und der Arzt diese notiert hat, folgt eine ausführliche Diagnose. Hierzu werden verschiedene Tests verwendet. Weit verbreitet ist der Mini Mental Status Test der auch Folstein-Test genannt wird (nach dem Erfinder Marshal F. Folstein.) Dabei handelt es sich um ein Screening Verfahren für Gedächtnisstörungen.
Getestet wird Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Erinnerungsfähigkeit und Sprache.
Bei der Durchführung des Test muss der Arzt verschiedene Punkte beachten.
Einschränkungen des Patienten wie z.B. Seh- und Hörleistungen müssen behoben werden (z.B. mit einer Brille)
Schmerzen des Betroffenen verringern die Aufmerksamkeit
Eine ungewohnte und besonders eine reizlose Umgebung z.B. in einem sterilen Krankenhaus kann zur Abnahme der Hirnleistung führen.
Besondere Ereignisse im Leben des Patienten, wie z.B. der Tod eines Verwandten beeinflussen die Ergebnisse des Tests
Es kann zu einer Art Prüfungsangst bei den Betroffenen kommen
Bei diesem Test wird für jede richtig beantwortete Frage einen Punkt vergeben (max. 30 Punkte). Bei einer erreichten Punktzahl unter 24 -26 Punkten liegt bei dem Betroffenen eine deutliche Störung seiner kognitiven Fähigkeiten vor. Bei ca. 20 Punkten handelt es sich um eine leichte Demenz, unter 10 Punkten spricht man von fortgeschrittenen und schweren Demenzen.

Beispiel Test von www.alzheimer-net.ch im Anhang

Eine frühzeitige Diagnose der Krankheit wird zunehmend wichtiger. Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass Alzheimer in ca. 15 Jahren heilbar sein wird (Professor Dr. Jens Wiltfang, Vorstandsmitglied im Kompetenznetz Demenzen). Da Alzheimer das Gehirn dauerhaft schädigt, ist eine frühe Therapie enorm wichtig. Momentan wird auch an einer Art Impfung geforscht, die die Anlagerung von Tau Proteinen verhindern soll.

2.3. Ähnliche Krankheiten, Delire und Demenzen

Im engen Zusammenhang mit den Medizinischen Testverfahren stehen Krankheiten, die ähnliche Symptome haben wie die Alzheimer Krankheit. Hier ist zu unterscheiden zwischen reversiblen (umkehrbar, heilbar) Ursachen und irreversiblen (nicht umkehrbar, nicht heilbar) Demenzen.

Reversible Ursachen für eine Demenz oder ein Delir:

Irreversible Demenzen

Alzheimersche Krankheit, Picksche Krankheit, Multiinfarkt-Demenz, Creutzfeldt-Jakobsche Krankheit, Kuru, Generalisierte Parese, Parkinsonsche Krankheit, Huntingtonsche Krankheit, Wilsonsche Krankheit

(S 43 / 44) Howard Gruetzner – Alzheimersche Krankheit / Psychologie Verlags Union
3. Therapiemöglichkeiten

3.2.Medikamentöse Therapie

Medikamente, die Alzheimer heilen oder den geistigen Verfall dauerhaft stoppen können, gibt es noch nicht. Es gibt allerdings Alzheimer Medikamente so genannte Anitdementiva, die versuchen das Nachlassen des Gedächtnisses zu verlangsamen.
Bei Alzheimer Patienten ist es wichtig direkt nach der Diagnose mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen und so dem Patienten das Leben zu vereinfachen und die Krankheit etwas herauszuzögern. Wenn Medikamente im frühen Stadium der Krankheit gegeben werden, kann es sogar zu einer Steigerung der geistigen Fähigkeiten führen, die allerdings meistens nach 9 – 12 Monaten wieder nachlässt. Im frühen Krankheitsstadium wird meistens mit Acetylcholin-erhöhenden Medikamenten gearbeitet, die im Gehirn die Signalübertragung verbessern.
Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist bei der Behandlung mit Antidementiva allenfalls eine Verzögerung der Krankheit zu erwarten, aber keine kurzzeitige Verbesserung der Gedächtnisleistung mehr.
Wichtig ist noch zu erwähnen, dass besonders im Fortgeschrittenen- und Endstadium der Krankheit zur Behandlung der nachlassenden Körperfunktionen weitere Medikamente benötigt werden, die oftmals Nebenwirkungen in Verbindung mit den Alzheimer Medikamenten haben.

3.3 Nicht-Medikamentöse Therapie

Neben der medikamentösen Behandlung für die Betroffenen ist es wichtig mit dem Alltag so lange wie möglich zu Recht zu kommen. Hierfür sollten zuerst geordnete und gleich bleibende Strukturen geschaffen werden, um den Betroffenen nicht zu überfordern. Mit Hilfsgegenständen wie z.B. speziellen Pflegebadewannen kann der von Alzheimer Betroffene seine Selbständigkeit länger behalten.
Ein Ansatz, der allerdings nur in den Frühstadien der Krankheit Sinn macht, ist das kognitive Training. Wichtig hierbei ist, dass die Betroffenen stets mehrere Dinge üben und z.B. nicht nur die Sprache trainiert wird. Das Problem des kognitiven Trainings bei Demenzkranken ist, dass man gegen eine Krankheit wie Alzheimer nicht antrainieren kann und es somit oftmals schnell zu Depressionen aufgrund der Überforderung bei den Betroffenen kommt.

Weit verbreitet ist die sogenannte Erinnerungstherapie. In Gruppen- und Einzelsitzungen wird mit den Betroffenen über ihre Vergangenheit und Lebensgeschichte geredet. Das Pflegepersonal oder der Arzt spricht mit den Angehörigen des Alzheimer Patienten und holt sich Informationen zum Leben des Betroffenen ein, zur Unterstützung werden auch Musik und z.B. alte Fotos verwendet. Besonders Ereignisse, die auf den Patienten eine positive Auswirkung haben, werden notiert und in den Sitzungen immer wieder angesprochen. Ziel der Therapie ist nicht das Leben des Betroffenen chronologisch korrekt aufzuarbeiten, sondern mehr eine positive Grundstimmung zu erreichen, in dem man versucht positive Ereignisse aus dem Leben des Betroffenen wieder in dessen Erinnerung zu rufen.

Da Emotionen und Gefühle auch in weit fortgeschrittenem Krankheitsstadium noch stark vorhanden sind, versucht man den Patienten einen Kanal zu geben diesen Emotionen Ausdruck zu verleihen. Mit der Kunsttherapie werden Musik und Bilder verwendet, um Emotionen bei den Betroffenen hervorzurufen und diese therapeutisch zu nutzen.
Die Therapie kann auch den emotionalen Kontakt des Alzheimer Patienten und seiner Umgebung verstärken.

Zu allen nicht medikamentösen Therapieprogrammen ist anzumerken, dass eine genaue Abgrenzung der Therapieprogramme untereinander nicht möglich ist. In Pflegeheimen und auch bei der häuslichen Pflege und Therapie werden in der Regel mehrere Methoden kombiniert. Für jeden Alzheimerpatienten ist eine auf die einzelne Person abgestimmte Therapie möglich, denn bei einem Patienten, der in seinem Leben nie besonderes Interesse an Musik hatte, ist eine Musiktherapie nicht sinnvoll. Die optimale Therapie orientiert sich immer am Leben des Betroffenen vor seiner Krankheit.

Empfohlene Bücher:

Quellen:

1. Klinikum der Universität München:
psywifo.klinikum.uni-muenchen.de/forschung/demenzforschung/index.html
2. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.:
www.deutsche-alzheimer.de/index.html
3. www.wikipedia.de
4. www.alzheimer-net.ch
5. Bundesministerium für Bildung und Forschung
www.bmbf.de
6. MDR. Hauptsache Gesund
www.mdr.de
7. www.altenpflegeschüler.de
8. www.alzheimerforum.de
9. Alzheimer Forschung Initiative e.V.
www.alzheimer-forschung.de
10. Schön Kliniken
www.schoen-kliniken.de