Alzheimer Referat Schule – Teil 1

1. Was ist Alzheimer?

1.1. Geschichtlicher Rückblick

Das Krankheitsbild Alzheimer wurde zum ersten Mal 1906 von dem Deutschen Neurologen Alois Alzheimer beschrieben.
Alois Alzheimer arbeitet in der „Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main als Assistenzarzt des Psychiaters Heinrich Hoffmann. Dort wurde 1901 Auguste D. von Ihrem Mann eingeliefert, da sie sich sehr verändert hatte und mit Ihrem Leben nicht mehr zu recht kam. Auguste D. war damals 51 Jahre alt. Das Krankheitsbild von Auguste D. war Alzheimer davor schon öfters begegnet, aber nur bei Patienten jenseits der 70, denen er damals nicht solche Bedeutung gab. Er beobachtete den Fall Auguste D. bis zu Ihrem Tod genau und untersuchte danach ihr Gehirn. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er am 3. November 1906 in Tübingen. Es folgten weiter Schriften und Vorträge zu dieser Krankheit.

1.2. Symptome und Krankheitsverlauf

Die ersten Symptome der Demenz vom Typ Alzheimer werden meist nicht sofort erkannt. Bei dem betroffenen Patienten treten leichte Gedächtnis- und Denkstörungen auf, die anfangs weder vom Patienten selbst noch von seinen Mitmenschen bemerkt werden. Niemand würde in diesem Krankheitsstadium sofort an Alzheimer denken und auch für einen erfahrenen Arzt ist am Anfang der Krankheit Alzheimer die klare Diagnose sehr schwer.
Die ersten Beeinträchtigungen der an Alzheimer Erkrankten resultieren aus Störungen des Kurzzeitgedächtnisses.
Meist wir die Demenz vom Typ Alzheimer zum ersten Mal erkannt, wenn der Betroffene z.B. vergisst Termine einzuhalten oder Rechnungen zu begleichen. Hinzu kommt meistens noch ein Nachlassen der intellektuellen Fähigkeiten des an Alzheimer Erkrankten. Das logische Denkvermögen und die Rechenfähigkeit der Betroffenen lässt nach.
Auch das Erledigen einfacher Routinearbeiten wird für den Patienten immer schwieriger. Probleme zeigen sich zum Beispiel bei der Hausarbeit, beim Kochen oder beim Nachschlagen einer Telefonnummer in einem Telefonbuch. Der Betroffene ordnet innerlich viele Aufgaben, die noch erledigt werden müssen, als bereits erledigt ein. Es kommt in diesem Zusammenhang unter anderem zum Vergessen der Nahrungsaufnahme.
Dieses Nachlassen der intellektuellen Funktionen in solchen Ausmaßen, dass der von Alzheimer betroffene Patient nicht mehr fähig ist sich problemlos in seinem sozialen und beruflichen Umfeld zu Recht zu finden, wird als erstes Kriterium der Demenz festgehalten.
Da die Betroffenen feststellen, dass sie ihr tägliches Leben nicht mehr alleine organisieren können und im Alltag nicht mehr zu Recht kommen, sind viele Alzheimer Patienten oftmals gereizt oder depressiv.
In diesem Stadium der Krankheit ist der Patient schon auf die Hilfe anderer angewiesen

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Die Störung des Langzeitgedächtnisses ist die zweite Stufe der fortschreitenden Alzheimer Erkrankung. Im Langzeitgedächtnis sind Informationen gespeichert, die in der Regel im alltäglichen Leben seltener abgefragt werden, Beispiele hierfür wären die Frage nach dem Namen der Eltern und Geschwister oder auch nach dem Geburtsort. Um zu überprüfen, ob die Alzheimer Demenz schon auf das Langzeitgedächtnis Auswirkungen hat, muss in der Regel gezielt danach gefragt werden.
Aus dieser Situation der Gestörten entsteht eine gestörte Einsichtsfähigkeit des Alzheimer Patienten, die zum Teil zu gefährlichen Situation führen kann. Der Kranke kann in Gefahrensituationen nicht mehr richtig einschätzen, wie er sich am besten verhalten sollte. Ob der Alzheimerkranke noch fähig ist mit seinem Auto zu fahren oder nicht, kann er selbst zum Beispiel nicht einschätzen. Teilweise überschätzt sich der Kranke selbst oder beharrt auf seinem alten Lebensstil.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen wird für den Betroffenen schwerer und die Worte „Eile und Weile“ kann er nicht mehr unterscheiden.
Weiter kommt es zu Störung des Sprechens und Verstehens. Der Patient hat Probleme Worte und Sätze zu formulieren, teilweise verhält sich die Sprache ähnlich wie ein Echo und der Betroffene wiederholt immer wieder Sätze oder Worte. Die Fähigkeit an Gesprächen teilzunehmen ist in diesem Stadium nahezu nicht mehr möglich und der Alzheimerpatient ist dadurch in seiner sozialen Situation enorm eingeschränkt. Im Endstadium ist es für den Alzheimer Patienten nicht mehr möglich Worte zu formulieren. Betroffene versuchen oftmals über körperliche Unruhe, Rufen und Weinen mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen oder allgemein ihr Bedürfnis zum Kommunizieren zu stillen.
Auch Bewegungsstörungen (Apraxie) sind bei fortschreitender Alzheimererkrankung ein typisches Symptom. Der Erkrankte hat Probleme sich zielgerichtet zu bewegen. Die Bewegung und Benutzung von Essbesteck zum Beispiel macht dem Betroffenen Probleme.
Je nach Fortschritt der Alzheimer Krankheit geht die Fähigkeit zu schreiben verloren. Anfangs fällt das nur bei anspruchsvollen Schriftstücken auf, irgendwann kann nicht einmal der eigene Name mehr geschrieben werden. Die Fähigkeit zu lesen bleibt in der Regel länger erhalten wie die Fähigkeit zu schreiben, aber auch hier wird es immer schwieriger für den Betroffenen den Inhalt des Gelesenen wiederzugeben.


Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kommt es bei den Betroffenen oft zu Persönlichkeitsveränderungen. Da die Umgebung, die Sprache und z.B. die Angehörigen nicht mehr erkannt werden, sind die Betroffenen oftmals verängstigt und unruhig. In dieser Situation fühlen sich Betroffene oftmals bedroht und es kann auch sein, dass sie aggressiv reagieren.
Auch werden Witze oder Ironie nicht mehr verstanden. Um mit dem Betroffenen in Kontakt zu treten benötigt es oft mehrmalige Wiederholungen und eindeutige klare Anweisungen.
Im Endstadium der Krankheit ist der Patient meist stumm, bettlägerig und komplett pflegebedürftig. Der Patient kann sich nicht mehr ernähren, da er nicht mehr kauen und schlucken kann. Eine Kontrolle seiner Körperfunktionen ist ihm nicht mehr möglich.
Auch wird der Betroffene anfällig für Infektionskrankheiten, was durch die Bettlägrigkeit noch verstärkt wird.
Schließlich stirbt der Betroffene z.B. an Lungenversagen, da die Krankheit soweit fortgeschritten ist, dass sein Gehirn nicht mehr weiß wie man atmet.

Der Krankheitsverlauf ist bei einer Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr in der Regel mit 3 – 6 Jahren im Vergleich zu einem Krankheitsbeginn in höherem Alter relativ kurz. Es kann vereinfacht gesagt werden, dass je höher das Alter am Beginn der Krankheit desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Krankheitsverlauf verlängert (bis zu 10 – 15 Jahren, bei einem Krankheitsbeginn mit ca. 80 Jahren)

1.3 Die Logik des Vergessens

Um die oben beschriebenen Symptome und den Krankheitsverlauf zu verstehen ist es wichtig zu wissen, wo die Alzheimer Krankheit eine Störung im Gedächtnis verursacht.

Die folgende Grafik veranschaulicht die Störung des Gedächtnisses im Bezug auf das Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis beim Alzheimer Patienten:

Durch die Störung der Übertragung vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis kann der Alzheimer Patient keine neuen Informationen mehr speichern und beginnt deshalb immer wieder erneut z.B. die gleiche Information zu erfragen die einem gesunden Menschen schon nach einmaliger Frage bekannt wäre.
Hierzu muss gesagt werden, dass in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit auch das Langzeitgedächtnis stark geschädigt wird.

Die Grafik veranschaulicht den Zustand des gespeicherten Wissens im Zusammenhang mit dem Langzeitgedächtnis:

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1. Der erste Balken zeigt die Erinnerung eines nicht an Demenz leidenden 80 Jährigen. Er kann genau zuordnen was wann in seinem Leben passiert ist, er ist sich seines Alters bewusst und kann sich auch Ereignisse, die nur kurze Zeit zurückliegen, erinnern. (z.B. dass er am Vortag einen Ausflug gemacht hat und wo er genau war).
2. Der zweite Balken soll eine leichte Demenz veranschaulichen. Der Betroffene kann sich relativ genau an das erinnern, was vor Beginn seiner Alzheimer Krankheit passiert ist. In diesem Beispiel weiß der betroffene Patient relativ genau was vor seinem 65 Lebensjahr passiert ist (z.B. können Politische Ereignisse aus dieser Zeit fehlerfrei wiedergegeben werden). Was zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr des Betroffenen geschehen ist, ist nicht mehr ganz korrekt gespeichert worden, die letzten 5 Jahre kann der Betroffene nicht mehr einordnen.
3. Die Demenz beim dritten Balken ist soweit fortgeschritten, dass der Betroffene nur noch Ereignisse bis zum 40. Lebensjahr überhaupt kennt. Oft kommt es auch vor, dass Alzheimer Patienten in diesem Stadium ihr Alter nicht mehr richtig angeben. (Die Betroffenen halten sich zum Beispiel für 15 Jahre und beginnen nach ihren Eltern zu fragen, obwohl sie in Wirklichkeit 80 Jahre alt sind.)
4.  Der vierte Balken zeigt nun die Erinnerung eines Alzheimer Patienten im Endstadium:
In diesem Stadium hat der Betroffene im Prinzip sämtliche Erinnerungen aus seinem Leben vergessen und sein Verhalten gleicht dem eines Kleinkindes. Oftmals wird das Verhalten auch mit den Urinstinkten eines Menschen verglichen (z.B. vergessen die Betroffenen wie man spricht oder wie man das Besteck benutzt und beginnen mit den Händen zu essen)

1.4. Ursachen und Risikofaktoren

Bis heute sind die Ursachen der Alzheimer Krankheit noch nicht komplett erforscht.
Manche Forscher gehen davon aus, dass mehrere Ursachen zur Alzheimer Krankheit führen, andere sagen, es ist nur eine Ursache.
Ich möchte im diesem Abschnitt zuerst zwei Theorien, wie Alzheimer entsteht, vorstellen:

a) Die Virus Theorie.
Nach dieser Theorie verursacht ein Virus mit einer Inkubationszeit von ca. 50 Jahren die Alzheimer Krankheit. Diese Theorie basiert auf dem Wissen, dass es andere bereits erforschte Krankheiten gibt, die der Alzheimer Krankheit sehr ähnlich sind wie z.B. die Creutzfeldt-Jakobsche Krankheit oder Kuru.

b) Die Aluminium Theorie
Bei Alzheimer Patienten wurde im Gehirn ein erhöhter Aluminiumgehalt festgestellt, deshalb wurde die Theorie aufgestellt, dass Alzheimer durch eine Aluminium-Anreicherung im Gehirn verursacht werden könnte. Da aber eine Therapie gegen diese Aluminiumanreicherungen (C-Helationstherapie) nur zweifelhafte Erfolge brachte und enorme gesundheitliche Nebenwirkungen hat, gilt auch diese Theorie als nicht bewiesen.

Bewiesen ist, dass die Alzheimer Krankheit einen genetischen Faktor hat und somit die genetische Veranlagung einer Person ausschlaggebend für die Alzheimer Krankheit ist. Das heißt, dass Verwandte von Alzheimerkranken ein erhöhtes Risiko haben später auch an Alzheimer zu erkranken.
Bei ca. 30% aller Alzheimer Patienten finden sich weitere Alzheimer Fälle in der Verwandtschaft. Um weitere Zahlen zu nennen muss gesagt werden, dass Verwandte ersten Grades (d.h. Geschwister, Eltern und Kinder) eine Wahrscheinlichkeit von 20% haben später auch irgendwann mal an Alzheimer zu erkranken. Verwandte zweiten Grades (z.B. Großeltern im Verhältnis zu ihren Enkeln) haben eine Wahrscheinlichkeit von 10%. Auch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für die Verwandten Alzheimer zu bekommen, wenn der Krankheitsbeginn bei den Betroffenen früh einsetzte. Das heißt, beginnt bei der Mutter z.B. die Alzheimer Krankheit mit 60 Jahren, haben ihre Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken, wie wenn die Krankheit bei der Mutter erst mit 80 Jahren beginnt.

Wie aus den Angaben über die Häufigkeit der Krankheit im Zusammenhang mit dem Alter der Betroffenen resultiert, ist der wohl größte Risikofaktor an Alzheimer zu erkranken, das Alter.
Ein weiterer Risikofaktor ist das ApoE-Gen. Das Gen kommt bei drei Varianten vor: als Allele ε2, ε3 und ε4. Das Vorkommen des Allel ε4 beträgt bei gesunden Menschen 10%, die Allele ε2 und ε3 kommen zu 90% vor. Das besondere ist jetzt, dass bei Alzheimer Patienten das Allel ε4 mit einer Häufigkeit von 30 – 42% vorkommt. Wenn von dem Allel ε4 eine Mutation zu mehreren Kopien des Allel vorliegt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken. Allerdings muss noch gesagt werden, dass weder das Vorhandensein von Allel ε4 noch die Mutation dessen als hinreichende oder notwendige Vorraussetzung gesehen werden kann an Alzheimer zu erkranken.
Statistisch gesehen werden weniger als 2% aller Fälle von Alzheimer dominant vererbt.
(In diesen Fällen lässt sich daraus schließen, dass die Mutation eines einzigen Gens ausreicht, damit die Hälfte der Nachkommen eines Alzheimer Patienten an der Krankheit ebenfalls erkrankt.)
Bisher wurden drei Gene erforscht, die autosomal dominant vererbt werden und bei einer Mutation Auslöser für die Alzheimer Krankheit sein können:

Gen Präsenilin 1
Gen Präsenilin 2 auf den Chromosomen 14 bzw. 1
Amyloid-Vorläufer Gen auf Chromosom 21

Bei Menschen, die eine Mutation auf einem der oben genannten Gene haben, liegt das Erkrankungsalter in der Regel unter dem 60. Lebensjahr, in manchen Fällen von Mutationen auf dem Präsenilin 2 Gen teilweise auch jenseits des 70. Lebensjahr.
Besonders bei Mutationen im Amyloid-Vorläufer Gen ist das Erkrankungsalter besonders niedrig und liegt etwa um das 40. Lebensjahr.

Durch Bluttests könnte bei Kindern von Alzheimer Patienten, bei denen die Krankheit durch eine der drei Gen-Mutationen ausgelöst wurde, überprüft werden, ob bei Ihnen diese Mutation auch weitervererbt wurde. Allerdings wird aus ethischen Gründen von solchen Tests abgeraten da es momentan keine vorbeugenden Therapiemöglichkeiten für die Alzheimer Krankheit gibt.

1.5. Häufigkeit der Krankheit

Alzheimer Demenz ist eine Krankheit, die altersbedingt ist, mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil, der an Alzheimer Erkrankten zu. Demenz und Alzheimer sind wegen der besseren medizinischen Versorgung und der deutlich höheren Lebenserwartung besonders in Industrieländern ein Problem. In der westlichen Welt ist Alzheimer und Demenz eine der häufigsten Todesursachen.
Die ersten Alzheimerfälle werden etwa mit 45. Lebensjahr erkannt.
Allerdings leiden zwischen den 45. und 54 Lebensjahr nur ca. 0.025 Prozent der Bevölkerung daran. In den Lebensjahren von 55 – 64 nimmt der Anteil der an Alzheimer erkrankten Menschen rasch zu. Zwischen 65 und 70 leiden 2,5 Prozent der Bevölkerung daran. Ab dem 70. Lebensjahr kann gesagt werden, dass sich der Prozentsatz, der an Alzheimer leidenden Personen, in der Bevölkerung alle 5 Jahre verdoppelt. Dementsprechend leiden 20% der 80 bis 84-Jährigen an Alzheimer.

Die Zahl der Alzheimer Patienten ist schwer zu bestimmen. Im Jahr 2005 lagen die Schätzungen etwa zischen 600.000 und 1,5 Millionen Erkrankten in der Bundesrepublik.

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