Wasserspar-Duschköpfe

EU will Wasserspar-Duschköpfe verbindlich einführen

»Mensch, stell doch den Wasserhahn ab beim Zähneputzen« – wer erinnert sich nicht auch an solche oder ähnliche Sprüche seiner Eltern. Und tatsächlich lässt sich mit ein wenig Disziplin eine Menge sparen. Dies gilt auch für das Duschen. Weil das so ist, plant die EU-Kommission die verbindliche Einführung von Wasser sparenden Duschköpfen.

Enormes Einsparpotenzial

Dank eines Wasserspar-Duschkopfs lässt sich langfristig mehr als die Hälfte des Wassers beim Duschen einsparen, argumentiert man bei der EU. Rund 15 Liter pro Minute verbraucht ein Standard-Duschkopf, ein Wasser sparender hingegen nur etwa 6 Liter. Bei einer Duschzeit von 5 Minuten sinkt der Verbrauch um bis zu 45 Liter. Eine vierköpfige Familie spart hierdurch über 100 Euro pro Jahr. Setzte jeder Europäer einen Wasserspar-Duschkopf ein, ließen sich täglich Milliarden Liter sparen, rechnet man bei der EU-Kommission.

Grundlage für die Regulierung der Duschköpfe ist die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union, durch die bereits ein Verkaufsverbot von Glühbirnen eingeführt wurde. Schon ab 2014 könnte eine erste Kennzeichnungspflicht für Duschköpfe kommen, plant man in Brüssel. Aber auch ein generelles Verbot von Standard-Duschköpfen steht zur Debatte.

Leitungsprobleme in Deutschland

In Deutschland werden die Pläne der EU kritisch gesehen. Deutschland sei bereits heute Weltmeister beim Wassersparen. Benutzte jeder einen Wasserspar-Duschkopf, so hätte dies fatale Folgen für die Leitungsrohre, da sich Keime bilden könnten, wenn die Rohre nicht ausreichend durchgespült würden. Auch eine Beschädigung der Leitungen sei denkbar, heißt es bei Betreibern von Wasserversorgungssystemen.

Brüssel hingegen verweist darauf, dass die Infrastruktur an den Umweltschutz angepasst werden müsse und nicht umgekehrt. Zudem sei nicht sicher, ob auch in Zukunft ausreichend Wasser zur Verfügung stünde. Auch für diesen Fall müssten die Betreiber vorplanen.